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Wir hatten schon eine SDR-Agentur. Hat nicht funktioniert.
Demand Generation Sales Outbound

Warum SDR-Agenturen scheitern - und was beim nächsten Mal anders laufen muss

Ali Saffari
Ali Saffari

SDR-Agenturen scheitern selten an schlechten Calls. Sie scheitern am Kaufmotiv: Die meisten Firmen beauftragen eine Agentur, um Geld zu sparen. Dann bekommt die Agentur ein Skript und eine grobe Zielgruppe, und sechs Monate später gibt es keine Pipeline. Beide Seiten haben daran ihren Anteil.

Wie oft scheitern SDR-Agenturen tatsächlich?

68 Prozent der Firmen, mit denen wir ein Erstgespräch führen, hatten bereits eine SDR-Agentur, und es hat nicht funktioniert. Das ist keine Branchenstatistik, das ist unsere eigene Zahl aus unseren eigenen Erstgesprächen. Sie ist trotzdem hart genug.

Zwei von drei Gesprächen beginnen also mit einem Satz in der Vergangenheitsform. "Wir hatten schon mal eine SDR-Agentur." Danach kommt eine Pause, und dann kommt die Geschichte. Die Geschichten unterscheiden sich in den Details und sind in der Struktur fast immer identisch.

Ich könnte jetzt schreiben, dass die anderen schlecht waren und wir es besser machen. Das wäre bequem und größtenteils falsch. Denn wenn ein Muster so verlässlich auftritt, liegt es nicht an einzelnen schlechten Anbietern. Dann liegt es am System, in dem gekauft und verkauft wird.

Warum ist das falsche Kaufmotiv der Hauptgrund?

Weil fast jede Agenturbeauftragung als Sparübung beginnt. Und wer eine Sparübung kauft, bekommt eine Sparübung geliefert.

Der Ablauf ist immer gleich. "Was kostet ein interner SDR? Zu viel." Dann: "Was kostet eine Agentur? Weniger. Nehmen wir." Die Agentur bekommt ein Skript, eine grobe Zielgruppenbeschreibung und ein Startdatum. Und los geht es.

Sechs Monate später: kein Meeting, keine Pipeline, schlechte Erfahrung. Und dann der Satz, den ich in diesem Jahr öfter gehört habe als jeden anderen: "SDR-Agenturen funktionieren nicht."

Der Fehler steckt schon im ersten Satz. Die Frage war nie, was ein Termin wert ist oder welche Gesprächsqualität dein Produkt braucht. Die Frage war, wie man eine Position billiger besetzt. Aus dieser Frage folgt jede weitere Entscheidung: der günstigste Anbieter, das Skript statt des Workshops, das Monatsreporting statt des wöchentlichen Austauschs.

Wenn das Motiv Sparen ist, wird Outbound zur Kostenposition. Kostenpositionen optimiert man nach unten. Gesprächsqualität optimiert man nach oben. Das sind gegenläufige Bewegungen, und du kannst nicht beide gleichzeitig haben.

Welchen Anteil tragen die Agenturen selbst?

Einen großen. Viele Anbieter verkaufen genau das, was in dieser Logik bestellt wird: günstige SDRs, viele Calls, wenig Substanz. Das ist ein Geschäftsmodell, das nicht funktioniert, und es wird trotzdem verkauft, weil es sich leicht verkauft.

Ein Low-Cost-Volumenmodell rechnet sich für den Anbieter nur, wenn drei Stellschrauben stimmen: junge, günstige Reps, wenig Vorbereitungszeit und viele Kunden pro Rep. Genau diese drei Stellschrauben sind die, an denen Outbound-Erfolg hängt. Der Anbieter spart also strukturell an dem, wofür der Kunde bezahlt.

Dazu kommt die Verkaufslogik. Wenn eine Agentur nach Auslastung steuert, kann sie nicht ablehnen. Dann wird auch das Projekt angenommen, bei dem im Erstgespräch offensichtlich ist, dass die Positionierung ungeklärt ist oder niemand intern Zeit hat. Man nimmt es mit, hofft und startet.

Ich nehme unsere Branche da nicht aus, und ich nehme mich selbst auch nicht aus. Ich habe früher Projekte angenommen, bei denen ich nach dem ersten Gespräch ein ungutes Gefühl hatte, und es trotzdem probiert. Jedes Mal, wirklich jedes Mal, hat sich das Bauchgefühl bestätigt. Das ist kein gutes Gefühl, wenn man es nachträglich einsortiert.

Was genau geht schief, und wessen Anteil ist es?

Es sind acht wiederkehrende Fehler. Die wenigsten davon gehören einer Seite allein. Diese Tabelle ist die ehrliche Sortierung, inklusive der Punkte, die gegen meine eigene Branche sprechen.

Was schiefgeht Wessen Anteil Was stattdessen nötig ist
Agentur wird beauftragt, um Kosten zu sparen Kunde Entscheidung über Gesprächsqualität und Geschwindigkeit treffen, nicht über den Stundensatz
Junge Reps nach wenigen Wochen Training am Telefon Agentur Erfahrene Vollprofis, die ein Gespräch führen können, wenn der Einwand nicht im Skript steht
Ein Skript wird übergeben statt gemeinsam entwickelt Beide Messaging, Zielgruppe und Einwandbehandlung im Workshop schärfen, bevor der erste Call rausgeht
Zielgruppe bleibt eine grobe Beschreibung Beide ICP mit Ausschlusskriterien, Trigger-Events und einer Liste, die jemand verantwortet
Austausch findet monatlich im Reporting statt Beide Wöchentliches Sparring mit den Reps, Zuhören bei echten Gesprächen, Nachjustieren in Tagen statt Quartalen
Agentur nimmt Projekte an, die nicht tragfähig sind Agentur Absagen. Auch wenn das Quartal noch Luft hat
Intern hat niemand Zeit für das Projekt Kunde Ein Entscheider mit fester wöchentlicher Zeit und der Befugnis, Messaging zu ändern
Erfolg wird nach vier Wochen an Terminzahlen gemessen Beide Zwischenkriterien für Gesprächsqualität und Segment-Resonanz, Bewertung nach einem vollen Quartal

Wer die Spalte in der Mitte liest, sieht das eigentliche Problem: Bei vier von acht Punkten steht "beide". Genau deshalb funktioniert die Schuldzuweisung in keine Richtung. Und genau deshalb bringt ein Anbieterwechsel allein nichts, wenn der Einkaufsmodus derselbe bleibt.

Was braucht es stattdessen, damit Outbound funktioniert?

Vier Dinge, und keines davon ist verhandelbar. Wenn eines fehlt, kannst du dir die anderen drei sparen.

Erfahrene Vollprofis am Telefon. Keine 22-Jährigen nach sechs Wochen Training. Das ist keine Respektlosigkeit gegenüber Berufseinsteigern, ich habe selbst so angefangen. Es ist eine Aussage über die Aufgabe. Wer einen CFO im Mittelstand in 30 Sekunden davon überzeugen soll, 45 Minuten herzugeben, braucht Gesprächsführung, Branchenwissen und die Ruhe, von seinem eigenen Leitfaden abzuweichen. Das lernt man nicht in sechs Wochen.

Enger Austausch statt Reporting-Termin. Die ersten sechs bis acht Wochen entscheiden. In dieser Zeit muss jemand aus deinem Haus echte Gespräche hören, Termine bewerten und sagen, was gut und was daneben war. Monatliches Reporting ist Dokumentation. Wöchentliches Sparring ist Steuerung.

Messaging, Zielgruppe und Einwandbehandlung gemeinsam geschärft. Nicht übergeben, nicht abgenommen, sondern zusammen erarbeitet und dann laufend nachgezogen. Die besten Einwandantworten entstehen nie im Workshop, sondern in Woche drei, wenn dieselbe Frage zum zwölften Mal kommt.

Beide Seiten investieren. Der Kunde investiert Zeit und Aufmerksamkeit, die Agentur investiert Vorbereitung und Seniorität. Wenn nur eine Seite investiert, entsteht kein Projekt, sondern eine Dienstleistung, die neben dem Geschäft herläuft.

Wie du prüfst, ob ein Anbieter das kann, steht in SDR-as-a-Service in DACH: Wie du den richtigen Partner auswählst. Dort findest du auch die Fragen, die ich an deiner Stelle im Erstgespräch stellen würde.

Warum wir Anfragen ablehnen

Wir lehnen regelmäßig Anfragen ab, bei denen im Erstgespräch klar wird, dass diese vier Punkte nicht gegeben sind. Nicht aus Arroganz. Sondern weil halbherzige Zusammenarbeit beide Seiten Zeit, Geld und Ruf kostet.

Der Ruf ist dabei der unterschätzte Teil. Ein gescheitertes Projekt hinterlässt auf Kundenseite ein Team, das seinen eigenen Zahlen nicht mehr traut, und einen Satz im Haus, der jahrelang hängen bleibt: Outbound funktioniert bei uns nicht. Auf unserer Seite hinterlässt es eine Referenz, die wir nie nennen können. Beides ist teurer als ein Nein im Erstgespräch.

Der häufigste Grund für ein Nein ist übrigens nicht fehlendes Budget. Es ist ein Markt-Problem, das als Pipeline-Problem eingekauft werden soll. Wenn Termine stattfinden, aber niemand entscheidet, hilft kein zusätzlicher Rep. Die Diagnose dazu steht in Markt- oder Pipeline-Problem.

Häufige Fragen

Funktionieren SDR-Agenturen grundsätzlich nicht?

Doch, aber nicht unter jedem Kaufmotiv. Wer eine Agentur als billige Alternative zum internen Hire sieht, wird enttäuscht. Wer sie als Investment in Gesprächsqualität, Pipeline-Geschwindigkeit und Zugang zu Vollprofis sieht, für den funktioniert es. Der Unterschied entsteht vor der Unterschrift, nicht während des Projekts.

Wir hatten schon eine schlechte Erfahrung. Sollten wir es überhaupt nochmal versuchen?

Nur, wenn ihr vorher ehrlich klärt, was beim letzten Mal euer eigener Anteil war. Wenn intern niemand Zeit hatte oder das Messaging ungeklärt war, wiederholt sich das Ergebnis mit jedem Anbieter. Geh die Spalte "Wessen Anteil" oben durch und markiere, was auf euch zutrifft.

Woran erkenne ich früh, dass ein laufendes Projekt scheitert?

An drei Signalen in den ersten sechs Wochen: Du hast noch kein echtes Gespräch gehört, du bekommst nur aggregierte Zahlen statt Absagegründen, und am Messaging wurde seit dem Start nichts geändert. Wenn nach sechs Wochen nichts nachjustiert wurde, wird auch nach sechs Monaten nichts passieren.

Ist ein interner SDR die sicherere Wahl?

Sicherer nicht, nur anders verteilt. Intern trägst du Recruiting, Rampe, Führung und Fluktuation selbst, dafür bleibt das Wissen im Haus. Die ehrliche Gegenüberstellung findest du im Kostenvergleich zwischen internem SDR und Agentur. Beide Wege scheitern am selben Punkt: fehlender Führung und unklarem Zielbild.

Wie lange sollte ich einem Projekt geben, bevor ich es abbreche?

Ein volles Quartal, mit definierten Zwischenkriterien nach sechs Wochen. Diese Zwischenkriterien sollten nicht Terminzahlen sein, sondern Gesprächsqualität und Resonanz einzelner Segmente. Wer nach vier Wochen abbricht, bricht in der Anlaufphase ab. Wer nach neun Monaten abbricht, hat drei Quartale lang niemandem zugehört.

 

Bei Voyage8 beginnt deshalb jedes Projekt mit der Frage, ob es überhaupt eines werden sollte. Manchmal lautet die Antwort Nein, und das sagen wir dann auch. Wenn du gerade den zweiten Anlauf planst, schau dir unser Vorgehen an oder lass uns über das reden, was beim ersten Mal schiefgelaufen ist. Diese Gespräche sind meistens die nützlichsten.

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